Baufeld "Am Rosengarten", Rostock

Leistung: 

interdisziplinärer städtebaulicher Vorentwurf mit Architekten und Stadtplanern als parallele Mehrfachbeauftragung 

Fertigstellung: 
2015
Auftraggeber: 

Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS)
Treuhänderischer Sanierungs- und Entwicklungsträger der Hansestadt Rostock
Am Vögenteich 26
18055 Rostock 

Leistungsphasen: 
Leistungsphase 2

Für die Erstellung eines städtebaulichen Vorentwurfs zum Baufeld "Am Rosengarten" wurde eine parallele Mehrfachbeauftragung nach vorherigem Bewerbungs- und Auswahlverfahren vorgenommen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Architekten oder Stadtplanern mit Landschaftsarchitekten war dabei vorgegeben. Unsere Zusammenarbeit erfolgte mit dem Schweriner Büro für Architektur und Stadtplanung - planstudio 9

Der Rosengarten, als Bindeglied zwischen den Wallanlagen und dem Steintor, ist eine wichtige Grün - Achse, die mit der Hermannstraße und dem Steintor den Eingang zur Stadt Rostock flankiert.
Aus den ehemaligen Wallanlagen hervorgegangen, lag der Rosengarten bis zum 2. Weltkrieg als grüne Insel eingebettet zwischen der Wallstraße und der heutigen August-Bebel-Straße. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde der Bereich hauptsächlich mit Baracken wieder bebaut, die wiederum im Zuge der Verbreiterung der August-Bebel-Straße zu Beginn der 90er Jahre abgerissen wurden.

Die Idee, dem Rosengarten wieder eine Fassung und dem Innenraum somit wieder seine Form und Bedeutung zu geben, wird durch die Anordnung der Baukörper aufgenommen. Parallel zur südlichsten Baumreihe des Rosengartens entsteht in angemessenem Abstand zu den Linden eine Wohnbebauung, die in ihrer Höhe zwischen den dreigeschossigen Gebäuden der August-Bebel- und den hohen Gebäuden an der Wallstraße vermittelt. Die räumlich wahrnehmbare Gebäudekante liegt knapp unterhalb der Baumkrone, dass Staffelgeschoss darüber.
Mit dezenten Vor- und Rücksprüngen in der Fassade und einer bewussten Sockelausbildung geben die Baukörper dem Rosengarten einen Rücken und dienen gleichzeitig als Grenze zum neu entstehenden Grünen Quartier. Dem Sockelgeschoss vorgelagert befindet sich nach historischem Vorbild eine Eibenhecke mit eingefügten Bank-Standorten, die dem Rosengarten eine zusätzliche grüne Einfassung gibt und seine Längsausrichtung unterstreicht.
Entlang der August-Bebel-Straße entstehen in offener Bauweise einzelne Gebäude, die zum Teil hinter Scheinfassaden verschwinden. Diese fungieren zum Einen als Lärm- und Sichtschutz für das grüne Quartier, bilden aber gleichzeitig auch eine städtebauliche Kante, welche einen Abschluss zur Straße herstellt. Die Gebäude sind als Ärztehaus, Kita, Hostel, Galerie oder Fahrradparkhaus nutzbar. Um in dem Grünen Quartier eine nutzbare Platz- und Grünraumgestaltung gewährleisten zu können, wurden die Gebäude mit Dachgärten bzw. nutzbaren Grünebenen und Grünflächen konzipiert.

Zwischen der Bebauung entlang des Rosengartens, gibt es als Verlängerung zu bestehenden Wegeachsen eine Verbindung zum quartiersbezogenen Wegenetz. Von den dort situierten Plätzen verbinden Wege mit partiellen Sitzelementen den Rosengarten mit der August-Bebel-Straße.
Private bzw. halböffentliche Bereiche (Gärten der Wohnbebauung und Kita-Spielfläche) werden durch Sitzmauern bzw. halbhohe Sichtmauern charakterisiert. Durch die Vernetzung der Wegeachsen entstehen Platzflächen, die zum Verweilen einladen und innerhalb der Stadt einen besonderen Ort der Ruhe und Erholung herstellen.